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Gewichteten Notendurchschnitt berechnen

Zählt ein Leistungskurs doppelt, ändert sich nicht nur der Zähler, sondern auch der Nenner. Wer das übersieht, rechnet sich systematisch einen falschen Schnitt aus — und zwar immer einen zu schlechten.

Von [VORNAME NACHNAME] · Zuletzt geprüft am

Die kurze Antwort

Multiplizieren Sie jede Note mit ihrer Gewichtung, addieren Sie die Ergebnisse und teilen Sie die Summe durch die Summe aller Gewichtungen — nicht durch die Anzahl der Fächer.

Durchschnitt = Σ (Note × Gewichtung) ÷ Σ Gewichtungen

Das ist der ganze Unterschied zum ungewichteten Schnitt. Bei vier Fächern, von denen eines doppelt zählt, wird durch 5 geteilt und nicht durch 4.

Ein durchgerechnetes Beispiel

Vier Fächer, Mathematik als Leistungskurs doppelt gewichtet:

FachNoteGewichtungNote × Gewichtung
Deutsch2,312,3
Englisch1,711,7
Mathematik (LK)3,026,0
Biologie2,012,0
Summe512,0

12,0 ÷ 5 = 2,4.

Ohne Gewichtung wären es 9,0 ÷ 4 = 2,25 gewesen. Die schlechtere Mathematiknote zieht den Schnitt also um 0,15 nach unten, weil sie doppelt zählt. Genau dafür ist die Gewichtung da.

Der Fehler, der fast allen passiert

Die Note wird korrekt verdoppelt — und dann trotzdem durch die Anzahl der Fächer geteilt. Im Beispiel oben also 12,0 ÷ 4 = 3,0 statt 12,0 ÷ 5 = 2,4.

Das sind 0,6 Notenpunkte Unterschied, und zwar immer in dieselbe Richtung: Der Schnitt fällt zu schlecht aus. Wer seinen Zeugnisschnitt so überschlägt, unterschätzt ihn regelmäßig.

Die Gegenprobe ist einfach: Sobald mindestens ein Fach mehrfach zählt, muss die Summe der Gewichtungen größer sein als die Anzahl der Fächer. Steht am Ende dieselbe Zahl, haben Sie die Gewichtung im Nenner vergessen.

Zählt der Leistungskurs überhaupt doppelt?

Das ist keine Rechen-, sondern eine Regelfrage — und die Antwort hängt vom Bundesland, der Schulform und der Klassenstufe ab. In der gymnasialen Oberstufe werden Leistungskurse in den meisten Bundesländern doppelt gewertet, Grundkurse einfach. Für ein Halbjahreszeugnis in der Mittelstufe gilt das dagegen oft nicht.

Auch wie viele Kurse eingebracht werden und welche Mindestpunktzahlen gelten, regelt jedes Bundesland eigenständig. Prüfen Sie im Zweifel die Oberstufenverordnung Ihres Landes oder fragen Sie in der Schule nach — eine bundesweit einheitliche Regel gibt es nicht.

Punkte statt Noten

In der Oberstufe wird meist in Punkten von 0 bis 15 gerechnet. Dort ist ein höherer Wert besser, bei Noten von 1 bis 6 ein niedrigerer. Die Gewichtung funktioniert identisch, nur die Skala ist umgedreht.

Für die Umrechnung gilt:

Note = 17/3 − Punkte ÷ 3

14 Punkte entsprechen damit der Note 1,0, 11 Punkte der Note 2,0 und 5 Punkte der Note 4,0. 15 Punkte liegen rechnerisch unter 1,0 — das ist die Note 1+, die es als Dezimalzahl nicht gibt.

Häufige Fragen

Wie berechne ich einen gewichteten Notendurchschnitt?

Multiplizieren Sie jede Note mit ihrer Gewichtung, addieren Sie die Produkte und teilen Sie die Summe durch die Summe aller Gewichtungen — nicht durch die Anzahl der Fächer.

Warum ist mein Schnitt schlechter als erwartet?

Vermutlich haben Sie durch die Anzahl der Fächer geteilt statt durch die Summe der Gewichtungen. Dieser Fehler ergibt immer einen zu schlechten Wert.

Zählt ein Leistungskurs immer doppelt?

Nein. Das hängt von Bundesland, Schulform und Klassenstufe ab. In der gymnasialen Oberstufe ist es die Regel, in der Mittelstufe häufig nicht.

Selbst nachrechnen

Der Notendurchschnitt-Rechner nimmt Noten und Gewichtungen zeilenweise entgegen, rechnet mit dem 1–6-System ebenso wie mit dem 15-Punkte-System und zeigt die Produkttabelle mit an — Sie sehen also, durch welche Zahl geteilt wurde.

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